Buchtipp: Frauen mit Stil

Buch

Mode verschwindet. Nur Stil bleibt erhalten. (Coco Chanel)
Vom Bleistiftrock zum Bikini, vom Hosenanzug zu den Hotpants oder vom Stiletto zum Cowboy-Stiefel. Fast immer gibt es ein erstes Mal, also den Zeitpunkt, zu dem ein Kleidungsstück der Damenmode seinen Einstand gab.

Die Auswahl ist riesig. Während Männerkleidung oft auf einem Grundkanon bestimmter Kleidungsstücke beruht – deren Details sich ändern, deren Wesen aber gleich bleibt -, gründet sich die Frauenkleidung häufig auf Design-Innovationen und dem Wunsch nach etwas radikal Neuem. Speziell im Laufe der letzten 80 Jahre ist es dank des Entstehens eines wirklich globalen Marktes und der damit verbundenen Kommunikation einzelnen Designern gelungen, die Garderobe von Millionen Frauen auf extreme Weise (und auf Arten, von denen Designer von Männerkleidung nur träumen können) zu beeinflussen. Die Philosophie der meisten bahnbrechenden Designer von Frauenkleidung basierte weniger auf Funktionalität als auf dem Streben nach Spaß – Spaß, sich herauszuputzen, sich zu ändern um der Änderung willen. Wie Wilde andeutet, es ist oberflächlich – auf gute Weise. Die besten Designs haben überdauert und bilden die Grundlage für neue Ideen in der Mode.

Sicher haben sich einige Designs als dauerhafter und einflussreicher erwiesen als andere, doch alle in diesem Buch gezeigten Kreationen können von sich behaupten, Ikonen zu sein. Manche wecken eher nostalgische Gedanken als andere – und viele glauben, dass man diese Modeerscheinungen aus der Vergangenheit, die ihren Zenit bereits erlebt haben, besser in der Vergangenheit belassen sollte. Dennoch haben sie sich für neue Generationen immer wieder als frisch und aufregend entdecken lassen, z. B. als Ergebnis eines Ausflugs eines Designers in die Archive eines Unternehmens oder als persönliche Reise dieser Generation in die Modegeschichte – möglicherweise auch auf einem Flohmarkt.

Diese Designs haben oft einen viel größeren Einfluß als man erwarten würde, zumindest wenn sie das erste Mal gezeigt werden – ihr Augenblick im Rampenlicht. Die Geschichte der Damenmode im Verlauf des 20. Jahrhunderts ist auch ein Spiegel für die sich ändernde Rolle der Frau. Und manchmal spiegeln diese Ikonen auch Änderungen im Denken wider, ja formen es sogar: z.B. über Frauen an den Arbeitsstätten oder über die Sexualität der Frauen.

Ob Frauen sich in Hosen zeigen, in Anzügen, Miniröcken oder überaus freizügigen Bikinis; ob Frauen bestimmte Taschen mit sich herumtragen – und ob diese mehr Statussymbol oder Aufbewahrungsraum sind; ob Frauen bestimmte Einstellungen zeigen, von romantischen bis radikalen, von androgynen bis zu wirklich seltsamen: Ein Bekleidungsstil kann mehr bedeuten als nur eine Verhüllung des Körpers. Spaß, so scheint es, kann auch eine Bedeutung haben.

Buch

Frauen mit Stil
Ikonen der Frauenmode
von Josh Sims
Midas Verlag (1. Auflage, Februar 2015)
34,90 Euro
ISBN: 978-3-907100-53-0

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