Fidelity Lexikon: 2. Welcher Fonds kann was? Die unterschiedlichen Fondsarten.

By Dezember 11, 2017Lifestyle & Mode
Lexicon

Fonds ist nicht gleich Fonds. Es gibt viele Typen und Strategien. Doch welcher Fonds ist der richtige für Sie? Hier finden Sie einen guten Überblick.

Aktienfonds

Diese Fondsart investiert das Geld der Anleger in Aktien, also in Firmenanteile. Je nach Fondsschwerpunkt kann der Fondsmanager aus Unternehmen eines bestimmten Landes, einer bestimmten Branche oder einer bestimmten Region wählen. Der Anleger wird dadurch zum Teilhaber an Unternehmen und ist in Form von Dividenden an deren Gewinnen beteiligt. Mit dem Kauf von 50, 100 oder noch mehr Titeln stellt der Fondsmanager ein Aktiendepot zusammen, bei dem Sicherheit und Risikofreude gut ausbalanciert und im Idealfall die Kursschwankungen der einzelnen Positionen untereinander ausgeglichen sind. Geht das Konzept auf, schwankt der Wert des Depots weit weniger als die Kurse der einzelnen im Fonds enthaltenen Aktien.

Rentenfonds

Mit der Rente haben sie nichts zu tun. Sie heißen so, weil Anleihen, in die solche Fonds investieren, wie eine Art Rente Zinsen abwerfen. Bei einer Anleihe passiert das Gleiche wie bei einer Einzahlung auf ein Sparkonto: Ein Anleger leiht einem Schuldner, zum Beispiel einer Firma oder einem Staat, Geld. Der verspricht, das geliehene Kapital später mit Zinsen wieder zurückzuzahlen. Geregelt wird auch, wann und in welchem Rhythmus der Anleger Zinsen erhält. Nicht vorhersehbar ist dagegen, wie sich der allgemeine Marktzins entwickelt, der die Kurse des Rentenpapiers beeinflusst: Sinkt er, gewinnen bereits existierende Papiere an Wert. Steigt er, geht ihr Kurs nach unten.

Mischfonds

Warum sich zwischen Aktien- und Rentenfonds entscheiden? Es gibt auch eine Art „Zwei-in-eins-Lösung“: Der Mischfonds folgt dem Ursprungsgedanken des Investmentfonds am konsequentesten, denn hier kann der Fondsmanager entscheiden, ob er mehr auf Aktien, Währungen oder sichere Zinspapiere setzt. Zuvor wird festgelegt, wie hoch die Quote der einzelnen Wertpapierklasse am Fondsvermögen sein soll – der Fondsverwalter kann also nicht nach Belieben mischen. Im Idealfall funktionieren Mischfonds wie eine vollwertige Vermögensverwaltung.

Multi-Asset-Fonds

Multi-Asset Fonds bieten eine noch breitere Streuung an Anlageklassen, denn sie investieren beispielweise in Aktien, Anleihen, Immobilien und Rohstoffe. Die dahinter stehende Idee ist einfach:

Oft entwickeln sich einzelne Anlageklassen gegensätzlich, andere wiederum befinden sich im Gleichklang. Durch geschickte Kombination von Anlageklassen versucht das Fondsmanagement für eine stabilere Wertentwicklung zu sorgen. So lassen sich Verluste zwar nicht vermeiden, wohl aber dämpfen. Oftmals haben die Anleger die Wahl zwischen verschiedenen Risikoeinstufungen. Multi- Asset-Fonds richten sich an diejenigen, die eine Risikostreuung gern dem Fondsmanager überlassen.

Geldmarktfonds

Der Fondsmanager legt das Geld kurzfristig als Tagesgeld und als Bankguthaben sowie am Geld-markt an, auf dem demnächst fällige Anleihen gehandelt werden. Mit den Anlagemillionen im Rücken kann er bei den Kreditinstituten bessere Zinskonditionen aushandeln als Privatanleger. Der Ruf der Fondsgattung hat in der Finanzkrise gelitten: Dank der geringen Laufzeit der Anlagen und der Wahl erstklassiger Banken und Anleiheemittenten sollte das Risiko eigentlich sehr klein sein. Doch bei einigen Fonds war das Gegenteil der Fall. Geldmarktfonds sind daher mehr „Parkplätze“ für kurzfristig angesparte oder fällig gewordene Gelder als eine jederzeit verfügbare Finanzreserve.

Immobilienfonds

Anleger können sich mit Immobilienfonds an Grundstücken und Gebäuden beteiligen – auch wenn ihnen das Kapital für den direkten Erwerb einer Immobilie fehlt. Immobilienfonds investieren in erstklassige Innenstadtlagen rund um die Welt und konzentrieren sich auf gewerbliche Objekte wie Bürohäuser und Einkaufszentren, mitunter auch auf Lagerhallen. Private Wohnhäuser spielen keine Rolle. Der Anleger hat am langfristigen Wertzuwachs der Immobilien teil. Neue hochwertige und rentable Objekte, in die das frische Kapital investiert werden kann, müssen jedoch manchmal erst gefunden werden. Das Geld wird dann in festverzinslichen Wertpapieren zwischengeparkt.

Offene oder Geschlossene Fonds

Offene Fonds sind allen zugänglich und streuen ihre Gelder auf viele Anlageklassen. Geschlossene Fonds kaufen oft nur ein einziges Objekt – ein Unternehmen, eine Immobilie, ein Containerschiff oder ein Flugzeug. Einzahler in geschlossene Fonds gehen ei-ne Zweckgemeinschaft ein, deren Beteiligung meist erst nach Jahren endet, wenn das Objekt verkauft und zu Geld gemacht wird.

Garantiefonds

Eigentlich sind Garantiefonds normale Mischfonds, bei denen überwiegend solide Anleihen und zu einem kleinen Teil Aktien gekauft werden. Garantiefonds bieten eine Art Versicherung, die Anleger vor Verlusten schützt. Doch der Schutz ist nicht gratis: Wie bei einer normalen Versicherung kostet er Prämien, und die können teuer sein. Außerdem greift die Versicherung nur, wenn Anleger bis zum Laufzeitende des Garantiefonds – zum Beispiel zehn Jahre – bei der Stange bleiben. Wer vorzeitig verkauft, muss unter Umständen Verluste akzeptieren. Anleger sollten gut überlegen, ob ihnen die Freiheit, jederzeit aussteigen zu können, nicht mehr wert ist.

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