Genuss auf die Schnelle Slow Fast Food bringt regionale, frisch zubereitete Produkte schnell auf den Tisch

By Oktober 2, 2017Dine & Wine
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Leverkusen (ots) – Es ist Mittagszeit in der Hamburger Hafencity, auf einem Platz drängen sich Menschen um Imbissbuden. Egal, ob im Anzug oder Kostüm, ob mit hippem Vollbart oder einfach die Kleinfamilie in lässiger Kleidung: Sie alle haben Hunger – vor allem wollen sie gut essen. Und sie sind dafür genau am richtigen Ort.

Statt fettiger Currywurst mit Pommes oder weichem Burger gibt es an den fahrbaren Buden, “Foodtrucks” genannt, Fast Food in Gourmetform: Burger aus regionalem Dry-Aged-Rind mit viel Salat und köstlichen, frischen Saucen, polnische Piroggen mit Rotkohl, mexikanische Tacos, ebenfalls aus frischen Zutaten von lokalen Bauern. Und sogar Hot Dogs: Die regionale Biowurst gibt es im kräftig-rustikalen Roggenbaguette mit schmackhaft-frischer Sauce, Salat, sogar mit Guacamole oder Antipasti.

Ein Trend, der nicht nur Hamburg erfasst hat: Foodtrucks rollen inzwischen durch viele deutsche Städte. Immer mehr kleine Läden eröffnen, die schnelles, aber qualitativ hochwertiges Essen aus regionalen Zutaten anbieten: Slow Fast Food vereint die Wertschätzung für frische, regionale und handwerklich gute Produkte der Slow-Food-Bewegung (siehe Kasten) mit dem Bedürfnis nach unkompliziertem, schnellem Essen in einem immer flexibleren Alltag.

Slow Fast: Schließt sich das nicht aus?

“Schnell mal genießen” erscheint zunächst paradox. Denn: “Genuss braucht Zeit und Wertschätzung”, sagt Ökotrophologin Dr. Silke Lichtenstein. “Natürlich hat ein ausgedehnter Restaurantbesuch mehr mit unserer Vorstellung von Genuss zu tun. Doch wer eine hochwertige Mahlzeit vor sich hat, aus ausgesuchten Zutaten zubereitet, hinter denen außerdem noch eine Geschichte steht, wird diese achtsamer essen. Auch Zeitknappheit lässt Genuss zu. Es braucht aber den Entschluss, sich diese Zeit wert zu sein.” Eine Mittagspause, die mit einem guten Bauchgefühl und angenehmer Sättigung statt mit Beschwerden wie Sodbrennen und Völlegefühl im Magen endet – durchaus erstrebenswert!

Das gute Bauchgefühl

Wer mit eben dieser Wertschätzung und Achtsamkeit seine Mahlzeit verspeist, isst langsamer und kaut besser. Und das bringt viele Vorteile, zeigen verschiedene Studien, etwa die von der University of Liverpool: eine frühere Sättigung, eine geringere Kalorienzufuhr und eine bessere Verdauung. Eine aktuelle Studie New Yorker Wissenschaftler zeigt gar, dass ausführliches Kauen Sodbrennen verhindern kann.(1) Ganz abgesehen davon: Der “Slow-Fast-Veggie-Hot-Dog” lässt sich – anders als sein Pendant aus Amerika – auch gar nicht in drei Bissen herunterschlingen.

Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker, Aromastoffe oder Konservierungsmittel sorgen im klassischen Fast Food für Haltbarkeit und immer gleichen Geschmack. Zudem verleihen sie Saucen Geschmeidigkeit oder Burger-Brötchen die weiche Konsistenz. Und weil frische Kost viel mehr Zeit und Aufwand in der Zubereitung erfordert, fehlt der knackige Salat auf dem Standard-Burger oder bei der Currywurst gleich ganz. Das Ergebnis: eine Mahlzeit, die durchweg einheitlich schmeckt – und auch mal das Bauchgefühl durcheinanderbringt. Denn manche Inhaltsstoffe, etwa Emulgatoren oder Verdickungsmittel, können möglicherweise die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut beeinträchtigen, andere Stoffe wie Konservierungsmittel scheinen die Darmflora negativ zu beeinflussen. (2)

Ganz anders bei den Slow-Fast-Kreationen: Frische Zutaten, echte Gewürze und der Verzicht auf Zusatzstoffe eröffnen ein breites Spektrum an Geschmackseindrücken und Konsistenz. “Für ein rundum gutes Esserlebnis ist es wichtig, dass verschiedene Geschmacksrichtungen dabei sind, dass etwas Sauer-Frisch-Knackiges beispielsweise auf Fleischig-Würziges trifft”, sagt Spitzenkoch Kevin von Holt. So steigt nicht nur die Zufriedenheit, sondern auch die Nährstoffzufuhr.

Food Truck

Vitamine aus der Imbissbude?

Noch ein (scheinbares) Paradox: “Fast Food”, welches statt Mengen an gesättigten Fetten und einfachen Kohlenhydraten gute Nährstoffe liefert? Doch, das ist durchaus möglich – etwa, weil der Slow-Fast-Burger aus regionalen Zutaten im rustikalen Brötchen mit Krautsalat und Süßkartoffel-Fritten daherkommt: So landet ein Plus an Ballaststoffen (gut für die Darmflora), Beta-Carotin (ein prima Radikalfänger) und weiteren sekundären Pflanzenstoffen aus den Salaten im Magen. Auch ein Taco mit Bohnenpaste und Guacamole liefert deutlich mehr an Vitaminen, Mineral- und Pflanzenstoffen als der klassische Hot Dog oder die Currywurst.

Doch natürlich ist klar: Auch handwerklich hergestellte Fritten oder Bratwürste enthalten einiges an Fett. Allerdings sind meist die Portionen beim langsamen Fast Food nicht ganz so groß, die Kombination macht besser satt. Und falls doch mal der Bauch drückt, weil zu schnell zu viel im Magen landete? Dann können Arzneipflanzenauszüge, die den Magen und Darm entspannen und die Verdauung fördern, helfen: “Die pflanzliche Neunerkombination um Bittere Schleifenblume, Mariendistel & Co. hat sich bei funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen mit Beschwerden wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen als hilfreich erwiesen, da ihre Extrakte an mehreren Stellen im Verdauungstrakt gleichzeitig ansetzen und lindernd wirken können”, erklärt Iberogast®-Expertin Dr. Bettina Vinson.

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(1) Arya/Agarwal/Singh/Sison/Gupta: The effect of increased chewing strokes on the DeMeester score, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28375445

(2) Chassaing/Koren/Goodrich/Poole/Srinivasan/Ley/Gewirtz: Dietary emulsifiers impact the mouse gut microbiota promoting colitis and metabolic syndrome in: nature International weekly journal of science. Ausgabe 519, S. 92-96. http://www.nature.com/nature/journal/v519/n7541/full/nature14232.html

(3) Robinson/Aveyard/Daley/Jolly/Lewsi/Lycett/Higgs: Eating attentively: a systematic review and meta-analysis of the effect of food intake memory and awareness on eating: http://ajcn.nutrition.org/content/97/4/728.abstract

(4) Whiteman, Honor: Chewing your food could protect against infection: http://www.medicalnewstoday.com/articles/315377.php

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